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Mühlenbau-Anstalt Königshütte

Auszüge aus dem Katalog der Mühlenbau-Anstalt Königshütte von 1910

 

Der Mühlenbau war für den Betrieb der Königshütte ein wesentliches Standbein seit der Privatisierung im Jahr 1871. Bis 1930 wurden ganze Mühlen zwischen Leine, Harz und Nord-Thüringen mit Anlagen eingerichtet. Später beschränkte man sich auf den Bau von Walzenstühlen. In einigen, heute noch museal erhaltenen Mühlen sind diese noch zu sehen.  In einem Katalog von 1910 werden die damals angebotenen Maschinen dargestellt:

Der Aspirateur
Der Trieur
Walzenstuhl
Die Centrifugal-Sichtmaschine
Die Griesputzmaschine
Die Mehlmischmaschine
Mühlenstuhlungen
Die Transportschnecke
Der  Elevator (Becherwerk)

Der Aspirateur

Als erste Maschine einer Getreide-Reinigungsanlage ist ein Aspirateur mit Siebwerk ganz besonders zu empfehlen und wegen seiner vorzüglichen Leistung einem Sand- und Staubcylinder vorzuziehen. Bei vollkommen staubfreier Arbeitsweise entfernt ein Aspirateur mit unten liegendem Siebwerk allen im Getreide befindlichen Staub, Schrollen, Sämereien, Brandkugeln, taube Körner, Trespe, sowie gröbere Verunreinigungen wie Steine, Erdklümpchen Bohnen, Sackbänder u. s. w. Sobald das Getreide in die Maschine eintritt, wird es mehrere male nach einander einem kräftigen regulierbaren Saugluftstrom ausgesetzt, der Staub und leichte Teile abführt. Danach gelangt das Getreide auf ein Doppelsieb zur Ausscheidung von gröberen und feineren Beimischungen. Nach dem Sieben passiert das Getreide nochmals einen Saugluftstrom, wobei alle spezifisch leichteren Teile gehoben und entfernt werden. Die beiden Saugluftströme sind von einander unabhängig beliebig einstellbar. Der vom Ventilator angesaugte Staub wird in einen Staubsammler oder in eine Staubkammer geleitet.

Der Trieur

Die Abbildung stellt einen Trieurcylinder dar, wie solche in Mühlen zum Ausscheiden von Rade, Vogelwicke, Mohn- und Distelsamen etc. aus dem Getreide zur Anwendung kommen. Im Innern des Cylinders ist eine verstellbare Fangmulde angebracht, in der die ausgelesenen Sämereien gesammelt und aus der Maschine befördert werden.Auf Wunsch wird am Einlauf des Cylinders ein Sieb zum Absondern von Sand, Trespe etc. angeordnet, welches in solchen Fällen von Vorteil ist, wo das Getreide ungenügend vorgereinigt dem Trieur zugeführt wird. Die Aufstellung ist einfach: Man gibt dem Cylinder auf 1000 mm Länge 80 mm Fall und läßt den treibenden Riemen direkt auf dem Cylinder laufen. Der Cylinder dreht sich, vom Einlauf gesehen, links, wird Rechtsdrehung gewünscht, dann ist dieses bei Bestellung anzugeben.

 

Der Walzenstuhl

 

 

Getreide -Vorquetsch -Walzenstühle

In Anbetracht der großen Vorteile, die ein Vorquetschwalzenstuhl für die weitere Vermahlung des Getreides bietet, sollte eine solche Maschine in keiner Mühle fehlen, zumal die Anschaffungskosten nicht hoch sind. Durch leichtes Andrücken der Körner lockert sich der im Spalt sitzende Schmutz, der­selbe läßt sich dann durch eine Siebvorrichtung oder eine Bürstenschnecke mit Sieb leicht ausscheiden. Ferner wird die Schale vom eigentlichen Mehlkörper gelockert, wodurch beim Schroten der Körner größere Schalen und hellere Schrotmehle gewonnen werden. Die Stühle werden mit Ringschmierlagern, Speisewalze und Rädern in nachstehenden Größen ausgeführt.

Schrotwalzenstühle     mit Gruson- Hartgußwalzen, selbsttätiger Ölschmierung und Ausrückung, Bürstvorrichtung und Läutewerk.

 

Ein guter zweckmäßig gebauter Walzenstuhl ist in der kleinsten Mühle nicht mehr zu entbehren. Bei dem Bau dieser wichtigen Müllereimaschine ist es Grundbedingung, daß alle Teile aus vorzüglichem Material angefertigt werden, und daß die Konstruktion und Aus­führung dem Verwendungszwecke entspricht. Neben einer gefälligen Form haben wir uns angelegen sein lassen, die Abnützung der beweglichen Teile zu vermindern, alle Teile bequem zugänglich und übersichtlich anzuordnen, sowie die Bedienung einfach und leicht verständlich zu gestalten. Der Unterbau des Stuhles besteht aus einem stabilen Hohlgußgehäuse, an dem die Lager für die Walzen angebracht sind. Die Walzen liegen in langen zweiteiligen Lagern mit Schalen aus Phosphorbronze, welche mit Ölkammer und selbsttätiger Schmiervorrichtung versehen sind. Das Oberteil des Walzen­stuhles ist mit doppelten Speisewalzen versehen, die eine gleichmäßig verteilte Zuführung des Mahlgutes zwischen die Mahlwalzen sichern, durch einen Winkelschieber läßt sich die Zulaufmenge regeln. Die parallele Einstellung der Walzen erfolgt an beiden Seiten durch Handräder, wobei zu beachten ist, daß die Andruckfedern nicht übermäßig gespannt werden, damit bei etwaigem Durchgang harter Fremdkörper die Federn noch nachgeben und die bewegliche Walze ausweichen kann. An einer besonderen Handradspindel lassen sich die Walzen zwecks tieferer oder höherer Mahlung einstellen. Eine Bürstvorrichtung hält die Walzen rein. Vermöge einer sicher wirkenden selbsttätigen Ausrückung gehen die Walzen einige mm ausein­ander, wenn der Speisewalzentrichter ziemlich entleert ist.  Die Differenzialgeschwindigkeit der Walzen wird durch ruhig laufende Stirnräder mit gefrästen Zähnen bewirkt, auf Wunsch werden auch beide Walzen mit Riemenbetrieb eingerichtet. Wir bauen Stühle mit Walzen von 250, 300 und 350 mm Durchmesser, deren Größe, Leistung und Preis in nachstehender Tabelle enthalten sind. Für Weizenmüllerei empfehlen wir Walzen von 250 mm Durchmesser, während für Roggenmüllerei solche von 300 und 350 mm Durchmesser vorzuziehen sind. Für Weizen- und Roggenmüllerei auf einem Stuhl hat sich ein Walzendurchmesser von 300 mm am besten bewährt.

 

Ausmahlwalzenstühle  mit Porzellanwalzen, selbsttätiger Ausrückung und doppelter Speisewalze.

Der Bau dieser Walzenstühle wird in der gleichen soliden Weise ausgeführt, wie bei den Schrotwalzenstühlen. Die zur Verwendung kommenden Porzellanhülsen besitzen große Zähigkeit und genügende Wandstärke, um das mit Recht so gefürchtete Springen der Walzen zu verhindern. Bei der eigenartigen Beschaffen­heit des Porzellanmaterials, welches eine feine aber scharf griffige Mahlfläche darbietet, und in Folge der verschiedenen Umfangsgeschwindigkeit der Walzen werden die Griese leicht und locker vermahlen. Die Walzen erfordern nur geringen Andruck, wenig Betriebskraft und liefern ein helles griffiges Mehl. Besondere Sorgfalt haben wir der Abstreichvorrichtung für die Porzellanwalzen zugewendet, weil von der richtigen Funktion derselben die gute Leistung der Mahlwalzen hauptsächlich abhängt.

Die Centrifugal-Sichtmaschine

Unsere Centrifugal-Sichtmaschinen zeichnen sich durch große Leistungsfähigkeit bei geringem Kraftbedarf und wenig Gazeverbrauch vorteilhaft aus. Wir verwenden zu den Maschinen erstklassiges Material, die Ausführung ist solid und sauber, alle Teile sind leicht zugänglich. Sämtliche Lager sind zweiteilig, mit Ölkammer und einer zuverlässigen Filterschmierung versehen. Die Einführung des Sichtgutes in die Maschine erfolgt durch einen außerhalb des Maschinen­gehäuses angebrachten Schneckeneinlauf, der Austritt durch Öffnungen in der Mantelscheibe am Auslauf.Reibende Filzdichtungen an den Stirnwänden der Maschine, die einen schweren Lauf des Mantels verursachen, nach kurzer Zeit undicht werden, Gries- und Kleieteile in das Mehl fallen lassen, sind bei der Konstruktion unserer Maschinen vermieden.Bei Maschinen mit einer Abteilung für Gries oder für Dunst werden die Rahmen geteilt angefertigt, die Auswechslung läßt sich bequem und leicht vornehmen. Zu jeder Maschine wird ein Satz mit Seidengaze bespannter Rahmen, sowie ein Satz unbespannter Rahmen geliefert.

Die Griesputzmaschine

Bei Herstellung feiner Weizenmehle ist das Putzen der Griese von außerordentlich großem Einfluß; eine gute Griesputzmaschine sollte deshalb in keiner Mühle fehlen, welche gute Weizenmehle fabrizieren will. Unsere Griesputzmaschine ist mit einem oben liegenden Schüttelsieb versehen, welches die zu putzenden Griese nach ihrer Größe in zwei Sorten teilt und den darunter befind­lichen Putzkästen zuführt. In den Putzkästen passieren die Griese mehrere über- und hintereinander liegende geneigte Flächen, wobei sie fortwährend einem regulierbaren Saugluftstrom ausgesetzt werden, welcher Flugkleie etc. ausscheidet und die Griese nach ihrer Güte und Schwere in drei Sorten trennt. Bei einmaligem Durchgang putzt die Maschine die Griese vollständig rein. Auf Wunsch versehen wir die Maschine mit einer Speisewalze, welche in solchen Fällen zweckmäßig ist, wo die Maschine von Hand beschüttet wird.

Die Mehlmischmaschine

In dieser Maschine wird das Mehl ohne jeden Druck in vollendeter Weise gemischt. Bei vielen anderen Systemen wird das Mehl vor der Mischung durch den Druck verdichtet, zusammengedrücktes Mehl kann sich aber, wie jeder Fachmann weiß, niemals innig mischen. Der Mischprozeß vollzieht sich bei dieser Maschine in der Weise, daß das Mehl von einer Walze gehoben, und von der andern nach unten gezogen wird. Dadurch werden die verschiedenen Mehlsorten in losem Zustande unter einander verrieben, dann in feinster Verteilung in die Sammelschnecke gestreut und aufs innigste gemischt. Gerade dieses Verreiben, welches bei anderen Systemen fehlt, ist wesentlich für eine innige Mischung des Mehles. Indem sich die Walzen bewegen und das darüber lagernde Mehl stillsteht, wird in jedem Augenblick nur eine dünne Schicht, welche die Walzen gerade berührt, in Bewegung gesetzt. Diese Schicht macht nun denselben Prozeß durch, wie das Mahlgut im Mahlgange zwischen Läufer und Bodenstein, indem das stillstehende überlagernde Mehl dem Boden, die bewegten Walzen aber dem Läufer entsprechen. Durch dieses Verreiben der verschiedenen Mehle miteinander entsteht eine einzige neue Mehl­sorte, in welcher auch bei genauester Untersuchung die einzelnen Bestandteile nicht mehr von einander getrennt nachzuweisen sind. Daß die Maschine vorzügliches leistet, beweisen die vielen Nach­bestellungen und die große Zahl im Betrieb befindlicher Maschinen. Die Beschüttung der Maschine kann entweder durch die obere Schnecke, oder von einem darunter liegenden Boden aus durch eine Einführungsschnecke zum Elevator erfolgen. Es ist ganz gleichgültig, in welcher Reihenfolge das Mehl in die Maschine gelangt, wenn nur der Behälter alle zu mischenden Sorten enthält. Das Absacken des gemischten Mehles kann je nach den örtlichen Verhältnissen, entweder direkt von der oberen oder unteren Schnecke, oder auch auf einem dazwischen liegenden Boden erfolgen. In den meisten Fällen wird der obere Mehlbehälter an Ort und Stelle von einem Mühlenbauer oder Tischler angefertigt, wenn nicht besonders vereinbart, ist dieser von unserer Lieferung ausgeschlossen.

Mühlenstuhlungen (für Mahlgänge)

Zur Erreichung großer Leistungsfähigkeit und guter Arbeitsweise eines Mahlganges ist eine solide zweckmäßige Ausführung aller Betriebsteile, sowie ruhiger Lauf der Antriebsräder Bedingung. Gestützt auf langjährige praktische Erfahrungen, die wir uns bei Lieferung von hunderten dieser Stuhlungen sammelten, haben wir bei Konstruktion der einzelnen Teile die obigen Bedingungen besonders berücksichtigt und verschiedene Mühlenstuhlungen geschaffen, die bei bequemer Zugänglichkeit, Stabilität und sauberer Ausführung allen Anforderungen genügen. Wir liefern Mühlspindel-Spurböcke in verschiedenen Größen und Ausführungen geeignet für kon. Räderantrieb, Stirnräder- oder Riemenantrieb der Mahlgänge, passend für alle vorkommenden Verhältnisse.

Die Transportschnecke

Der Elevator (Becherwerk)

Die Ausführung unserer Elevatoren mit einstellbaren Lagern und seitlichen Türen am Elevatorfuß hat sich in der Praxis bestens bewährt. Im Boden des Elevatorfußes ist ein Schieber zum Entleeren angebracht. Die Haube des Kopfes ist zum Abnehmen eingerichtet. Wir liefern Elevatoren zum Heben von Getreide, Mahlgut aller Art, Mineralien, Eis u. s. w. Eine komplette Eisengarnitur besteht aus: 2 Gurtscheiben mit Wellen und Stellringen, 4 Lagern mit Ringschmierung oder mit Staufferbüchsen und 1 Antriebscheibe.Ein kompletter Elevatorkopf und Fuß besteht aus: 1 kompl. Eisengarnitur verbunden mit Kopf und Fuß aus Holz. Über andere in der Tabelle nicht aufgeführte Dimensionen, sowie über Elevatoren ganz aus Eisen, stehen wir mit Kostenanschlägen gern zu Diensten.