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Der Kleiekotzer

 

 

Dies ist der Kleiekotzer der Alten Mühle der Königshütte. Meister Bock hat ihn geschnitzt. Der Mensch hatte schon seit antiker oder möglicherweise vorgeschichtlicher Zeit das Bedürfnis, ihm wertvolle Erzeugnisse oder Räume vor bösen Mächten zu schützen. Durch Komik oder Grauen sollte der Eindringling abgelenkt oder verschreckt werden. Auch im Mühlenbereich war Aberglaube im Spiel. Die Kleiekotzer waren allerdings hauptsächlich nur im Schwarzwald und Elsaß in den dortigen Wassermühlen zu finden. Vielleicht war es auch einfach nur Brauch, den kleinen, damals nur aus Mahlgang und Beutelkiste bestehenden Wassermühlen ein Gesicht zu geben und mit seiner Schnitzkunst mit den anderen Müllern um die schönste Maske wettzueifern. Der Kleiekotzer wurde stets am Ausgang der Beutelkiste angebracht. Aus seinem großen Maul rieselte dann die Kleie.



In der Wassermühle in Laderholz in Niedersachsen bei Hannover steht eine solche Beutelkiste, wie sie früher überall in Gebrauch war. Auf der Zeichnung ist hier zwar ein moderner Sechskantsichter zu sehen, er hat aber eine ähnliche Form wie die Beutelkiste. Bei Nummer 7 ist der Ausgang für die Kleie und dort wäre im Schwarzwald dann sicher ein Kleiekotzer angebracht. Auf den Bildern darunter ist die nachgebaute, heute dort aufgestellte Beutelkiste zu sehen.


Beutelkiste in der Wassermühle Laderholz.


Der Beutel befindet sich im Innern der Kiste. Die Aufhängung durch die Holzleisten ist in ständig rüttelnder und schlagender Bewegung, um das feine Mehl durch den Schlauch auszusieben. Die groben Bestandteile, das ist die Kleie, fällt am Ende des Schlauches (Beutel) durch das Ausgangsloch in den quer laufenden Trog.

     

 

Ausgang der Beutelkiste mit herausrieselnder Kleie

 

Ein Kleiekotzer vor dem Ausgang der Beutelkiste

 
 
   


Weitere Auskünfte finden Sie direkt auf der Website der Mühle in Laderholz.